Fachwissen
Lasergravur vs. Fräsgravur — Gravurverfahren im Vergleich
Welches Gravurverfahren eignet sich für welchen Einsatz? Ein sachlicher Vergleich von Lasergravur und Fräsgravur — Stärken, Grenzen und Entscheidungshilfe für Industrieanwendungen.
Verfahrensvergleich
Grundprinzipien der Gravurverfahren
Lasergravur und Fräsgravur sind vielseitige Verfahren für technische, dekorative und individuelle Kennzeichnungen. Sie unterscheiden sich grundlegend in Technologie, Gravurtiefe, Präzision und Materialeignung.
Lasergravur — kontaktlos und hochpräzise
Ein fokussierter Laserstrahl ablatiert oder verändert die Materialoberfläche ohne mechanischen Kontakt. Linienbreiten ab 0,1 mm ermöglichen feinste Schriften, Logos und Barcodes — auch auf empfindlichen oder kleinen Bauteilen.
Fräsgravur — mechanisch und tiefenprägend
Ein rotierender Fräser trägt Material mechanisch ab. Die entstehende Vertiefung ist tastbar und kann mit Farbe gefüllt werden. Besonders für gut lesbare, farbig ausgelegte Beschriftungen auf Aluminium und Kunststoff geeignet.
Tiefe und Haptik
Fräsgravuren erreichen Tiefen von 0,3–1,5 mm und sind auch bei Verschmutzung noch tastbar und lesbar. Lasergravuren sind flacher (0,05–0,3 mm), dafür kontrastreicher und detailgenauer — ideal für Barcodes und QR-Codes.
Geschwindigkeit und Serienfertigung
Lasergravur ist bei Einzelstücken und Kleinserien schneller einzurichten — kein Werkzeugwechsel nötig. Fräsgravur amortisiert sich bei großen Serien mit einheitlichem Design durch hohe Prozessgeschwindigkeit.
Entscheidungshilfe
Materialeignung und Einsatzempfehlungen
Die Wahl des richtigen Verfahrens hängt von Material, Einsatzbedingungen und Anforderungen an Lesbarkeit und Haltbarkeit ab:
Aluminium eloxiert
Lasergravur entfernt die Eloxalschicht und legt das darunter liegende Aluminium frei — kontrastreiche, dauerhafte Kennzeichnung. Fräsgravur mit anschließender Farbfüllung erzeugt besonders gut lesbare Typenschilder. Beide Verfahren sind gleichwertig geeignet.
Edelstahl und Messing
Lasergravur auf Edelstahl erzeugt eine matte Markierung durch Strukturveränderung der Oberfläche — korrosionsbeständig und reinigungsmittelresistent. Für tiefe Prägungen in Edelstahl empfiehlt sich das Fräsen mit angepasster Schnittgeschwindigkeit.
Kunststoffe (Schichtstoffe)
Mehrschichtige Kunststoffplatten (z. B. Gravurplast) sind das klassische Fräs-Material: Die Deckschicht wird abgetragen, die Kontrastschicht tritt hervor. Lasergravur eignet sich für lasersensitive Kunststoffe und schmalere Linienstärken.
Leder, Holz, Papier & weitere organische Materialien
Der CO₂-Laser ermöglicht feine Gravuren, Markierungen und Konturen auf Leder, Holz, Furnier, Papier, Karton, Gummi und ausgewählten Textilien. Eine Materialprobe stellt sicher, dass Oberfläche und Ergebnis zur Anwendung passen.
Kleine Teile und Barcodes
Bei Data-Matrix-Codes, QR-Codes oder Schriftgrößen unter 3 mm ist Lasergravur klar überlegen — die erforderliche Präzision ist mit mechanischen Verfahren nicht erreichbar. Für Lasergravur auf Metall bieten wir alle gängigen Metallwerkstoffe.
Verfahrenswahl im Projekt
- Lasergravur für Barcodes, QR-Codes, feine Schriften und Edelstahl-Typenschilder
- CO₂-Lasergravur für Leder, Holz, Papier, Gummi und weitere geeignete organische Werkstoffe
- Fräsgravur für tiefe, farbig ausgelegte Beschriftungen auf Aluminium und Schichtstoffen
- Beide Verfahren verfügbar — wir empfehlen die optimale Variante für Ihr Projekt
- Kombinierte Fertigung möglich: Fräsen für Grundform, Laser für Codierung
Verfahrensberatung
Welches Verfahren passt zu Ihrem Projekt?
Wir analysieren Ihre Anforderungen an Material, Lesbarkeit und Menge — und empfehlen das optimale Gravurverfahren für Ihre Industriekennzeichnung.